seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 92: 2010
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Jahreszeitlich bedingte Karbonatbildungsraten
eines Phormidium dominierten Kalktuffes
der Frankenalb.

Seasonal carbonate precipitation rates
in a Phormidium dominated tufa spring
in the Frankonian Alb.

Von Christian Weiss

Mit 11 Abbildungen

Zusammenfassung

Auf der Frankenalb kommen häufig Kalktuffe vor, die an kleine Fließgewässer des Karstes gebunden sind. In einem solchen Vorkommen sind, über den Zeitraum eines Jahres, Probekörper platziert worden. Diese wurden regelmäßig ausgetauscht und hinsichtlich der darauf gebildeten Karbonatkrusten untersucht. Dabei wurde die Karbonatbildungsrate, unabhängig von der Porosität und Mächtigkeit der Laminierung der Tuffe, ermittelt. Diese schwankt im Jahresverlauf sehr stark. Im Winter weist sie Werte von 0,005 bis 0,02 g/25 cm2 und im Sommer von bis zu 0,18 g/25 cm2 auf.

Abstract

Calcareous tufas can be found frequently in small streams in the Frankonian Alb and are linked to the Karst. Sample bodies of different material were placed in one of the tufa cascades for one year and were constantly changed. The ­accumulated carbonate on these sample bodies was analysed. The intention was to identify the carbonate sedimentation rate without the influence of porosity and the thickness of lamination. During the year the carbonate formation shows immense differences. In the winter time the amounts ranges from 0,005 to 0,02 g/25 cm2 and in the summer they reach up to 0,18g/25 cm2.

Einleitung

Auf dem Gebiet der westlichen Frankenalb existieren zahlreiche Kalktuff­vorkommen. Sie sind an den Karst des Oberen Jura gebunden und bilden oft ­Kaskaden aus. Beschreibungen einzelner Vorkommen liefern u. a. Klähn (1926), Petzoldt (1955), Brunnacker & Brunnacker (1959), Schmidt-Kaler (2004) und Weiss (2007).

Kalktuffe haben eine poröse Struktur, die aus mikritischen oder mikrosparitschem Kalzit besteht (Ford & Pedley 1996, Pentecost 2005). Sie weisen oft eine Laminierung auf, die auf einen regelmäßigen Wechsel der Kristallitgröße und der Dichte zurückzuführen ist (Chafetz & Folk 1984) und von klimatischen ­Wechseln hervorgerufen wird. Der Ursprung der Laminierung wird verschieden interpretiert. Guo & Riding (1994) beschreiben eine jahreszeitliche Änderung der Wasserchemie und Temperatur. Verschiedene Arbeiten (u. a. Freytet & Plet 1996, Janssen et al. 1997) gehen von saisonalen Änderungen der Cyanobakterienassoziationen aus, die durch jahreszeitliche ökologische Wechsel verursacht werden. Nach Arp et al. (2001) erfolgt die Bildung laminierter Tuffe durch Phormidium incrustatum – Phormidium. foveolarum – Diatomeen Assoziationen, die im Frühjahr eine sparitische Schicht bilden und im Sommer und Herbst eine mikritische. Während des Winters bilden sich detritusreiche Diatomeen-Biofilme, die nicht karbonatisieren. Kano et al. (2003) beschreiben eine Laminierung, die aus dicht karbonatisiertem Sommer-Herbst Laminea und wenig karbonatisiertem Winter-Frühjahr Laminea besteht. Als Ursache wird eine höhere Karbonat­bildung an Cyaonabakterienfilamenten angegeben, die eine dichte Textur hervorrufen. Die Wachstumsrate ist saisonabhängig und beträgt 0,1 bis 2 mm pro Jahr (Pentecost 1985, Merz 1992, Pentecost 2005).

Diese Arbeit untersucht die Bildungsraten an Karbonat, anhand von Probe­körpern, die in monatlichen Abständen, ein Jahr lang an Kalktuffkaskaden in einem Bach in der Frankenalb angebracht.

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