Der neue Geologische Lehrpfad
im Steinheimer Impakt-Krater
für den Impakt-Mechanismus
The new geological natural trail of the Steinheim impact crater
Von Johannes Baier & Armin Scherzinger
Mit 12 Abbildungen
Zusammenfassung
Das Steinheimer Becken stellt einen tertiären Impakt-Krater dar (Badenium, Mittleres Miozän), der sich auf der Hochfläche der östlichen Schwäbischen Alb (SW-Deutschland) befindet. Die bekannten Strahlenkalke (shatter cones) wurden erstmalig aus dem Steinheimer Impakt-Krater beschrieben und stellen stoßwellenmetamorphe Erscheinungen der Zentralhügelgesteine dar.
Die vorliegende Arbeit gibt einen kurzen Überblick über die Stationen des neu gestalteten Geologischen Lehrpfads des Steinheimer Beckens. Wie beim bislang vorhandenen, jedoch in die Jahre gekommenen alten Lehrpfad werden die Morphologie des Impakt-Kraters, die Impakt-Gesteine (z. B. polymikte Megabreccie, polymikte Rückfallbreccie) sowie die Ablagerungen des Impakt-Kratersees dem Besucher nähergebracht.
Abstract
The Steinheim basin is a complex impact crater of tertiary age (Badenian, Middle Miocene), which is situated on the Upper Jurassic limestone plateau of the Swabian Alb in SW-Germany. Shatter cones, first described from Steinheim impact crater, are prominent shock metamorphic features in the central uplift rocks.
This paper gives a short overview about the stations of the new geological trail. The stations describe the morphology of the impact crater, the impact rocks (e. g. polymict megabreccia, polymict fallback breccia) and the sediments of the post impact crater lake.
Einleitung
Das Steinheimer Becken stellt mit seiner zentralen Erhebung (Steinhirt-Klosterberg) die augenfälligste geomorphologische Erscheinung der östlichen Schwäbischen Alb dar (Abb. 1). Die Ursache der Entstehung des Beckens war lange Zeit heftig umstritten und Gegenstand zahlreicher Theorien (Zitate in Kranz et al. 1924, Kranz 1936). Erst durch den Nachweis von planaren Elementen (PDF) konnte das Steinheimer Becken als Impakt-Krater identifiziert werden (Groschopf & Reiff 1966). Da der kosmische Körper relativ klein war, kam es zu keiner impaktbedingten Schmelzbildung innerhalb des tertiären/mesozoischen Einschlagsgebiets, wie es beispielsweise beim nahegelegenen Ries-Impakt der Fall war (Graup 1999, Baier 2007, 2008b, 2009a). Dadurch muss bei der Altersdatierung des Steinheimer Beckens auf paläontologische Befunde zurückgegriffen werden (Heizmann & Reiff 2002).
2008 ist die Gemeinde Steinheim dem Nationalen Geopark Schwäbische Alb beigetreten, der zugleich einen von der UNESCO anerkannten europäischen und globalen Geopark darstellt. Ziel dieses Geoparks ist es unter anderem, geologische, archäologische und historisch interessante Örtlichkeiten wirksam zu präsentieren und für den Tourismus schonend und nachhaltig zu erschließen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass im Meteorkrater-Museum im Steinheimer Ortsteil Sontheim inzwischen eine Geopark-Infostelle eingerichtet wurde.
Pünktlich zum Darwin-Jahr 2009 wurde von der Gemeinde Steinheim am 17.Mai 2009 der neu gestaltete Geologische Lehrpfad (Abb. 2) der Öffentlichkeit vorgestellt, der von Prof. Dr. W. Reiff (Leinfelden-Echterdingen), Dr. E. P. J. Heizmann (Stuttgart) sowie einem der Autoren (A.S.) neu konzipiert wurde (Abb. 3). Da bislang nur ein Geologischer Führer zum alten Lehrpfad vorliegt (Reiff & Heizmann 2007), sollen in der vorliegenden Abhandlung die erneuerten Stationen vorgestellt werden. Ebenso wird auf die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung des Beckens in einem eigenen Kapitel eingegangen (s. Kapitel 3).
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