Rekonstruktion fossiler Talböden
mit digitalen Höhenmodellen am Beispiel
der Ur-Eyb
Von Annette Strasser, Marcel Strasser,
Klaus Pelz & Hartmut Seyfried
Mit 9 Abbildungen
Zusammenfassung
15 km nördlich von Geislingen an der Steige entspringt die Lauter, ein Nebenfluss der Fils. Entlang ihres Oberlaufs kann man auf beiden Talseiten Verebnungen beobachten, die ungefähr 70 m höher als der heutige Talboden liegen. Diese Verebnungen setzen sich südlich des Lautertals bei Treffelhausen auf der Albhochfläche als zusammenhängende weite Talform fort, die südlich von Treffelhausen von der Eyb zerschnitten wird. Bei diesen Geländeformen handelt es sich um einen pliozänen Talboden, der von einem Vorgänger der Eyb, der Ur-Eyb, gebildet wurde. Im Gegensatz zur heutigen rheinischen Eyb besaß die Ur-Eyb ein wesentlich größeres Einzugsgebiet und entwässerte über die Ur-Lone in die Donau. Das Einzugsgebiet der Ur-Eyb reichte vermutlich nicht über die Weißjura-Schichtstufe hinaus. Mit einem hochauflösenden digitalen Höhenmodell der heutigen Landschaft wurden die noch existierenden danubischen Oberflächenformen über Geländeschnitte und Hangneigungskarten numerisch analysiert. Aus den danubischen Oberflächenparametern haben wir durch Reinterpolation des DHM den ehemaligen pliozänen Talboden rekonstruiert.
Abstract
In the surroundings of Geislingen an der Steige, the Rhenish tributaries Lauter, Eyb, and Rohrach are in the process of eroding ancient Danubian landforms produced by the Pliocene Ur-Eyb, a tributary to the Ur-Lone which in turn was one of the major rivers formerly draining the area of southwestern Germany. In places, Danubian landforms are still well-preserved. South of the Furtlepass symmetrical strath terraces are situated 70 m above the actual (Rhenish) Lauter valley floor. Towards the South (in ancient downstream direction, e.g., near Treffelhausen) these terraces merge into a wide, smooth valley formerly occupied by the Ur-Eyb. The catchment area of this Danubian tributary was considerable, extending far North of the Furtlepass area, but most probably did not undercut the escarpment of Upper Jurassic carbonate ramp rocks. Starting from a high-resolution digital elevation model we created terrain sections and slope-angle maps providing the data for a numerical reconstruction of ancient Danubian landforms.
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