seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 89: 2007
  Aktuelles     Home      Info  Tagungen Publikationen    GeoLinks Impressum  ? 

...Seite zurück  ...übergeordnetes Thema 

Miscellanea aus dem Nusplinger Plattenkalk (Ober-Kimmeridgium, Schwäbische Alb)
8. Neufunde der Garnele Aeger Münster, 1839 und ein von dieser erzeugtes Spurenfossil

Von Günter Schweigert & Gerd Dietl

Mit 4 Abbildungen

Zusammenfassung

Die Garnelengattung Aeger tritt im Nusplinger Plattenkalk nur sehr selten in Gestalt einer einzigen Art, A. tipularius (Schlotheim), auf. Ein hier erstmals beschriebenes Spurentaxon, Ramosichnus nusplingenensis n. ichnogen. n. ichnosp., wurde höchstwahrscheinlich von Garnelen der Gattung Aeger erzeugt. Dieses Spurenfossil bestätigt indirekt eine bodenbezogene Lebensweise seines Erzeugers. Einleitung Im Nusplinger Plattenkalk gehören Garnelen zu den häufigeren Funden. Dies betrifft allerdings in erster Linie die zu den Penaeidae gehörende Gattung Antrimpos Münster, 1839 (Schweigert 2001a). Alle anderen Garnelen sind vergleichsweise selten oder gar nur in Einzelstücken überliefert. Eine Übersicht über die nachgewiesenen Arten ist in Dietl & Schweigert (2001) enthalten. Lediglich die kleine Garnele Dusa monocera Münster, 1839 ist in bestimmten Lagen etwas häufiger. Extrem selten ist auch die Gattung Aeger Münster, 1839, von der bis vor kurzem nur ein einziger kompletter Altfund vorlag (Dietl & Schweigert, 2001: Abb. 82). Dieser Altfund gehört zur Art Aeger tipularius (Schlotheim, 1822), die auch im Solnhofener Plattenkalk auftritt, dort jedoch bis zu der kürzlich anhand einer Neuuntersuchung des Holotypus erfolgten Revision der Art praktisch immer mit dem viel häufigeren, ein langes Rostrum aufweisenden Aeger spinipes (Desmarest) verwechselt wurde (vgl. Schweigert 2001b). Im Verlauf der neuen Grabungen des Stuttgarter Naturkundemuseums im Nusplinger Plattenkalk konnte inzwischen ein gut erhaltener Neufund von Aeger tipularius geborgen werden, daneben eine kleine Anzahl unvollständiger Aeger-Reste und sogar eigentümliche Spurenfossilien, die auf solche Garnelen bezogen werden können (Dietl et al. 2004).

Abstract

The prawn genus Aeger is only very rarely recorded from the Upper Jurassic Nusplingen Lithographic Limestone, with the single species A. tipularius (Schlotheim). A herein described new ichnotaxon, Ramosichnus nusplingenensis n. ichnogen. n. ichnosp., was most likely produced by prawns of the genus Aeger. This ichnotaxon indirectly confirms an epibenthic lifestyle of its producer.

...Seite zurück  ...übergeordnetes Thema