seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 89: 2007
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Zur Korrelation der Lias-Tongruben von Unterstürmig und Buttenheim (Frankenalb)

Von René Hoffmann, Helmut Keupp & Horst Gradl

Mit 2 Abbildungen und 1 Tabelle

Kurzfassung

In den Tongruben Unterstürmig und Buttenheim am Westtrauf der Nördlichen Frankenalb wurden die dort erschlossenen Ober-Domerium-Profile neu aufgenommen und miteinander korreliert. Für die lokale Gliederung des in seiner Mächtigkeit dominierenden Schichtabschnitts der Spinatum-Zone wird in Anlehnung an Krumbeck (1931) mit Hilfe von horizontiert erfassten Amaltheiden eine Zweigliederung vorgeschlagen, und zwar in die Untere Spinatum-Zone, die durch die typischen Pleuroceraten-Vergesellschaftung der Apyrenum-Subzone gekennzeichnet ist (Pleuroceras transiens, P.solare, P.apyrenum und P.salebrosum) und in die obere Spinatum-Zone, deren Einsatz mit dem ersten Auftreten gesicherter Vertreter der Formgruppe von Pleuroceras spinatum (Bruguière) definiert wird.

Abstract

The investigation of the outcroped sections of the clay pits Unterstürmig and Buttenheim along the western margin of the Northern Franconian Jurassic Mountains (Oberfranken, Bavaria) allow to correlate the both sections. Similar to Krumbeck (1931), we propose to divide the Spinatum Zone of Franconia into a lower part characterized by the typical ammonite species of the apyremum-Subzone (Pleuroceras transiens, P.solare, P.apyrenum and P.salebrosum) and an upper part defined the first occurrence of the ammonite species group of Pleuroceras spinatum (Bruguière).

Einleitung

Die regionale Gliederung des Oberen Pliensbachium hat im Fränkischen Jura (insbesondere bei den Fossiliensammlern) immer wieder zu Verwirrungen geführt, da bio- und lithostratigraphische Grenzen innerhalb der unteren Amaltheiden-Schichten nicht identisch sind. So erfolgt an der Grenze stokesi-/subnodosus-Zone ein markanter Fazieswechsel von Mergel-Kalken des "Lias-Gamma" zu den charakteristischen blaugrauen Tonmergeln des "Lias Delta". Außerdem erschwert im oberen Abschnitt der Schichtfolge (spinatum-Zone) das in Franken nur sehr seltene, teilweise umstrittene Vorkommen der namengebenden Marker-Ammoniten für die in England definierte biostratigraphische Subzonengliederung Pleuroceras apyrenum (Buckman) bzw. Pleuroceras hawskerense (Young & Bird) eine unmittelbare Korrelation der Schichtfolgen (vergl. Howarth 1958).
Die Schichtfolge der Amaltheentone wird in Franken in mehreren Tongruben erschlossen. Im oberfränkischen Raum hatte bis in die Mitte der 1990er Jahre vor allem die heute aufgelassene und unter Biotop-Schutz stehende Tongrube von Unterstürmig unter Fossiliensammlern Weltruhm erlangt, da dort die überwiegenden Amaltheiden in Tonsteingeoden angereichert, in ihrer aragonitischen Original-Schale überliefert sind. Das dort erschlossene Profil des höheren Pliensbachium und unteren Toarcium wurde mehrfach publiziert (Bandel & Knitter 1983, Radig 1974, Plückebaum 1985, Richter 2003) und als Grundlage für diese Veröffentlichung im Oktober 2003 erneut aufgenommen.
Seit 1997 baut die Firma LIAPOR Franken am Holzbachacker, ca. 1 km nordwestlich von Unterstürmig, in der neu aufgeschlossenen Tongrube Buttenheim ab. Der ausschließlich in den Mergeltonen des Lias d angelegte Aufschluss, dessen Ammonitenführung sich durch die Dominanz von Vertretern der tieferen Spinatum-Zone deutlich von den Pleuroceraten der stratigraphisch jüngeren Abschnitte in der benachbarten Tongrube Unterstürmig unterscheidet, wurde im längerfristigen Kontinuum des Abbaufortschritts durch H. Gradl und im Jahr 2003 im Rahmen einer Diplomkartierung an der Freien Universität Berlin durch R. Hoffmann mit dem Ziel aufgenommen, beide Gruben mittels biostratigraphischer Methoden zu korrelieren und die Ablagerungen des Oberen Domeriums nachvollziehbar zu gliedern.

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