seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 85: 2003
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Strukturgeschichte in den süd-östlichen Alpen beiderseits des Periadriatischen Lineamentes von der Subduktionsphase bis zur Gegenwart

Ergebnisse statistischer Tektonik in den Gailtaler Alpen, dem Gailtalkristallin, den Karnischen Alpen und im Deckgebirge des nördlichen Friaul

Von WOlF SIEWERT

Mit 28 Abbildungen

Zusammenfassung

Die alpidische Strukturgeschichte des nord- und südalpinen Deckgebirges zwischen Lienz und Villach in Kärnten sowie Tolmezzo und Predil (Raibl) in Friaul samt seiner präalpidischen Basis kann wie folgt zusammengefaßt werden: Nach einer ersten Kluftgenese unter etwa nordsüdlicher Einspannung und einer Faltung um eine ostwestliche Achsenrichtung fanden (in der Oberkreide?) Rotationen von Krustenarealen gegen den Uhrzeigersinn um etwa 25°30° und im Alttertiär erneute Faltung um eine ostwestliche Achse statt. Danach erfolgten im Jungtertiär Rotationen und Kippungen von Gebirgsarealen im Zusammenhang mit durchgreifenden Verwerfungsvorgängen und schließlich eine zweite Kluftgenese. Verwerfungen wurden vermutlich während der gesamten Strukturgeschichte immer wieder angelegt. Das in dieser Arbeit abgebildete System von Störungen geringerer Reichweite ist jedoch ebenfalls erst nach den o.gen. Faltungen und Kippungen (re)aktiviert worden.

Abstract

The alpidic structural history of the North- and South Alpine sedimentary cover and basement on both sides of the Periadriatic Lineament in Carinthia (Austria) and the Friulian Alps (Italy) can be summarized as follows: After the development of a first joint system as a reaction on stresses working along the north-south direction and a later fol-ding along an axis going east-west counterclockwise rotations of crustal areas took place, probably during upper Cretaceous/ lower Tertiary times. This was followed by renewed folding along east-west striking axes later in the lower Tertiary. Afterwards, during the upper Tertiary, faulting processes (sinistral wrenching and oblique downthrow and subsequent north to northwestward thrusting) carried sinistral drag and block rotations as well as tilting in their wake. Lastly, a second joint genesis, responding to a stress field working NNW-SSE, afflicted the investigation area. Faulting probably happened throughout the entire structural history of the region. The system of minor faults (m to km range) depicted here, however, shows no effect of the folding and tilting events described above, and has, therefore, been (re)activated later.

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