Atmosphärischer
Eintrag und Verbleib von Schadstoffen in Boden und Grundwasser -
Erfahrungen aus SW-Deutschland
Von THOMAS SCHIEDEK & MATTHIAS HINDERER
Mit 5 Abbildungen und 3 Tabellen
Kurzfassung
Die Stoffbilanz von
atmosphärisch eingetragenen Schwermetallen (Zn, Cu, Pb, Ni und
Cd) und Phthalaten (DMP, DBP und DEHP) als Modellsubstanzen für
anorganische und organische Schadstoffe wurde in einem kleinen
bewaldeten Einzugsgebiet im Schwarzwald (Seebachtal) untersucht. Die
Ergebnisse werden mit Daten aus einem Waldgebiet im Schönbuch
(Denzenberg) bei Tübingen verglichen. Die im Niederschlag
nachgewiesenen Substanzen werden in der Bodenzone aufgrund
physikalisch-chemischer Eigenschaften unterschiedlich zurückgehalten
und treten in Quellwässern und Vorflutern mit geringeren
Konzentrationen wieder auf. Stoffbilanzen zeigen, das die Phthalate
zu 50% bis 95% und die Schwermetalle (mit Ausnahme von Cd) zu 60% bis
90% im Boden sorbiert werden. Die Phthalatbelastung im Boden erreicht
die Größenordnung der Schwermetallkonzentrationen (mg/kg).
Bei den Phthalaten führt auch der biologische Abbau zu einer
Erniedrigung der Grundwasser- und Vorfluterkonzentrationen. Zn zeigt
bei den Schwermetallen und DEHP bei den organischen Stoffen die
höchsten Frachten. Der Transport durch die Bodenzone verläuft
unter Ungleichgewichtsbedingungen auf bevorzugten Fließwegen,
da aufgrund der berechneten Retardationsfaktoren ein Durchbruch z.T.
erst nach Jahren bis Jahrzehnten erfolgen dürfte. Schwermetalle
werden zusätzlich durch niedrige pH-Werte mobilisiert. Aufgrund
der Speicherfunktion von Böden gegenüber der atmogenen
Deposition über Jahre hinweg, besteht für intensive
Langzeitstudien Forschungsbedarf.
Abstract
Groundwater pollution due
to heavy metals and phthalates via atmospheric deposition was
investigated in two forested catchments in SW Germany (Seebach and
Denzenberg valley). Decreasing concentrations from rainwater to
groundwater, sorption rates of mostly more than 60% comparing input
and output fluxes and preferential accumulation in the upper soil
horizon confirmed their atmospheric origin as well as the role of
soils as a major sink for these pollutants. Sorption under
equilibrium conditions would lead to lower groundwater concentrations
than monitored, implying an additional non-equilibrium transport of
the pollutants through the unsaturated zone by preferential flow. In
addition, heavy metals are mobilized by low pH-values. Because of the
persistence, the diffusive nature and the long-term impact of these
atmospheric pollutants, we recommend more attention to groundwater
monitoring and process studies of these pollutants.
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