Die fazielle Entwicklung im Steinbruch Blaubeuren/Altental (Michelreibershalde;
Mittlere Schwäbische Alb, Blautal). Karbonatsandfazies des Malm epsilon und
Riff-Rutschblöcke des Malm zeta 2
Von ROMAN KOCH & BABA SENOWBARI-DARYAN
Mit 5 Abbildungen und 7 Tafeln
Kurzfassung
Der Steinbruch
Blaubeuren/Altental stellt hinsichtlich der Faziesanalyse von
Massenkalken einen der besten Aufschlüsse im Blautal
dar. Lithologischer Aufbau der Schichtfolge vom Malm delta 4 bis zum
Malm zeta 2 und die kleinräumigen lateralen faziellen
Entwicklungen innerhalb der Massenkalke sind hier besonders gut zu
verfolgen. Die vorgestellten Ergebnisse haben wesentlich zur
Entstehung des neuen Faziesmodells der Massenkalke
beigetragen.
Der in den unteren 2/3 des Steinbruchs
aufgeschlossene Massenkalk besteht fast ausschließlich
aus der Peloid-Lithoklast-Ooid Karbonatsandfazies (PLO-Fazies), in
die vereinzelt Schwamm-Algen-Mudmound-Körper eingelagert sind.
Ferner ist ein Brachiopoden-Schwamm-Algen-Mound als Randriff
mit interner Fazieszonierung ausgebildet, das die untersten Sohlen
nach N zu den angrenzenden Bank-Kalken der Beckenfazies hin begrenzt.
Der PLO-Fazies aufsitzend befindet sich im Zentrum des Bruches ein
weiterer Brachiopoden-Schwamm-Algen-Mound am Rand einer
Rinnenstruktur mit Bankkalken und Mergeln. Diese Folge wird von einer
Wechselfolge von Bankkalken und Mergeln (Malm zeta 1) mit zwei
markanten schwarzen Mergeleinschaltungen überlagert, in der sich
die ersten isolierten Schwamm-Algen-Mounds befinden. Darüber
folgen feingebankte Kalke des Malm zeta 2, mit zwei Horizonten mit
bis zu 10 m großen Rutschblöcken und Rutschmassen mit
Korallenstöcken und Korallen-Schwamm-Riffen. Entsprechende
Horizonte sind als nur Meter-mächtige Einschaltungen (mit dort
cm-großen Bruchstücken) auch in dem etwa 2 km S gelegenen
Steinbruch (Heidelberger Zement) entwickelt, was darauf hinweist, daß
das Liefergebiet der Rutschmassen im N einige 10-er Meter über
dem heutigen Niveau lag.
Im Steinbruch
können drei Dolomit-Typen unterschieden werden, die zum Teil
wieder dedolomitisiert sind: (1) Dolomitisierte Bankkalke im Kontakt
zum Randriff (Malm delta 4/epsilon); die Dolomitisierung
erfolgte durch Migration von Porenlösungen, die in
strukturhöhere Bereiche und teilweise auch in die lateral
folgende PLO-Fazies eingedrungen sind; (2) Feinkristalline Dolomite
in den schwarzen Mergelhorizonten und (3) Idiomorphe (De-)Dolomite im
Zusammenhang mit Schwämmen.
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