Beobachtung rezenter tektonischer Bewegungen im Wattkopftunnel bei Ettlingen
Von EDWIN FECKER, BLAHOSLAV KOSTÁK, JAN RYBÁR & JOSEF STEMBERK:
Mit 3 Abbildungen
Kurzfassung
Der Nachweis rezenter tektonischer Bewegungen am Oberrheingraben ist in den
vergangenen Jahren mehrfach gelungen. Diese Bewegungen wurden immer durch
Veränderungen im geodätischen Beobachtungsnetz festgestellt. Durch den
Umstand begünstigt, daß der westliche Grabenrand in Ettlingen von einem
Straßentunnel außerordentlich gut aufgeschlossen wurde, konnten im Bereich der
Randstörungszone zwei Verschiebungsmeßgeräte installiert werden, die eine
direkte Beobachtung der tektonischen Bewegungen ermöglichen. Erste
Ergebnisse einer mehrjährigen Beobachtung zeigen eine mittlere sinistrale
Verschiebung von Grabenfüllung relativ zur Grabenschulter von 1,76 mm
innerhalb von vier Jahren. Eine lokale Bewegung direkt an einer der großen
Störungen ließ sich noch nicht nachweisen. Hierfür scheint die Beobachtungszeit
noch zu kurz.
Abstract
In the last years recent tectonic movements at the Upper Rhinegraben could be
proved several times. These movements have always been found out by changes
in the geodetic observation net. Favoured by the fact that the western graben
border in Ettlingen is extremely well explored by a road tunnel, two displacement
measuring instruments could be installed in the area of the boundary fault zone
which enable a direct observation of tectonic movements. First results of a
long-term observation show a mean sinistral displacement of the graben filling relative
to the graben shoulder of 1.76 mm within four years. A local movement directly
at one of the main faults could not yet been proved. The observation time for this
seems to be too short.
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