Die geologischen Verhältnisse beim Vortrieb des Meisterntunnels Bad Wildbad/Nordschwarzwald
Von RALF J. PLINNINGER & KUROSCH THURO
Mit 12 Abbildungen und 1 Tabelle
Kurzfassung
In den Jahren 1994 bis 1996 wurde als Teilortsumfahrung der Kurstadt Bad Wildbad
im Schwarzwald der insgesamt 1684 m lange Meisterntunnel vorgetrieben. Der
Vortrieb durchörterte in seiner gesamten Länge klastische Sedimentfolgen des
Perms, die bisher im Untersuchungsgebiet kaum aufgeschlossen waren. Die Dokumentation der angetroffenen geologischen Verhältnisse läßt eine erstmalige, detaillierte Beschreibung der permischen Ablagerungen im Raum Bad Wildbad zu. Es
lassen sich überwiegend grobklastische Sedimente (Fanglomerate, Sandsteine, Ton-Schluffsteine) in typischer Rotliegend-Fazies (Oberes Rotliegend, Zechstein) von
Sandsteinen der Tigersandstein-Formation (Zechstein) unterscheiden. Ein geringmächtiger, konkretionärer Karneoldolomithorizont mit vereinzelten, porzellanfarbigen Karneolschnüren konnte dabei innerhalb der Rotliegend-Fazies nachgewiesen
werden.
Abstract
In 1994 to 1996 the 1684 m long "Meisterntunnel" was built as a traffic bypass for
Bad Wildbad, a health resort located in the Northern Blackforest. Throughout the
tunnel's total length the excavation-works encountered mostly unknown clastic
Permian sediments. The geological documentation of the situation during the
advance work allowed for the first time a detailed description of the local Permian
stratigraphic sequence. Clastic sediments (fanglomerates, sandstones, siltstones) of
typical "Rotliegend"-appearance (Upper Rotliegend, Zechstein) can be distinguished
from sandstones of the "Tigersandstein"-Formation (Zechstein). In the "Rotliegend"-sediments layers of calcrete, a so-called "Karneoldolomit"-horizon was revealed,
consisting of both dolomite and light yellow coloured "Karneol" (cryptocrystalline
silica).
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