Der Bötzinger Boden im Lichte molluskenkundlicher Befunde (Jungpleistozän, Kaiserstuhl)
Von KLAUS MÜNZING
Mit 1 Abbildung und 2 Tabellen
Kurzfassung
Der Bötzinger Boden birgt eine 41 Arten umfassende Molluskenfauna mit einigen
hochwarmzeitlichen Formen (u.a. Drepanostoma nautiliforme PORRO). Faßt
man die Fauna als Einheit auf, so dokumentiert sie ein mildes,
niederschlagsreiches Klima und eine Landschaft mit feuchten, anspruchsvollen
Laubwäldern, lichten Wäldern und einigen offenen, trockenen Stellen. Wird die
Thanatozönose dagegen als Mischfauna betrachtet, so lassen sich eine feuchte
Laubwaldphase, eine Phase mit lichten, trockenen Wäldern und vielleicht noch
eine Steppenphase unterscheiden. Das würde den bodenkundlichen Ergebnissen
entsprechen.
Die Waldphase gehört sehr wahrscheinlich in den frühwürmzeitlichen
St. Germain-Komplex, einen thermophilen Interstadialkomplex.
Die beiden anderen deutschen Vorkommen von Drepanostoma nautiliforme
PORRO (Dießen bei Horb, Streitberg/Fränkische Alb) werden bei der
Behandlung des Bötzinger Bodens berücksichtigt.
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