Dolinenartige Sackungsstrukturen in den Molassebergen des südwestbayerischen Alpenvorlandes
Von HERBERT SCHOLZ & MICHAEL STROHMENGER
Mit 3 Abbildungen
Kurzfassung
Auf Molassebergen des Alpenvorlandes im südwestlichen Bayern (Allgäu) wurde
eine große Zahl von dolinenartigen Sackungsstrukturen beobachtet. Viele von ihnen
sitzen direkt dem Molasseuntergrund auf und drainieren das Oberflächenwasser
selbst an Stellen, wo Molassemergel im Untergrund anstehen. Einige von ihnen
sind relativ kleine, steilwandige Erdfälle, die offensichtlich an oberflächennahe
röhrenförmige Abflußsysteme innerhalb der quartären Deckschichten gebunden
sind (interflow). Sie entstehen durch den plötzlichen Einsturz von Hohlräumen, die
entlang dieser interflow-Kanäle subrosiv ausgekolkt werden. Deutlich größer sind
hingegen trichterförmige Pseudodolinen, die an die Molasse selbst gebunden sind.
Ihre Entstehung hängt wahrscheinlich mit Subrosion der Molassemergel zusammen,
die von den eingeschalteten karbonatreichen Sandstein- und Konglomeratpaketen
ausgehen dürfte (hydraulic routing). Deren Klüfte sind durch Hangbewegungen
geöffnet, durch Karbonatlösung erweitert und bilden tiefreichende unterirdische
Abflußwege.
Abstract
In the Molasse mountains within the Alpine Foreland in southwestern Bavaria
(Allgäu) a great many of doline-like settling structures were observed. Many of
them are situated directly on top of Molasse bedrock, nevertheless draining the
surface water even upon obviously impermeable Molasse marls. Some of them are
rather small sink holes connected with a near-surface tube-like draining system, formed within the superficial layers overlying the Molasse rocks (interflow). They originate from the sudden collapse of cavities formed by interflow subrosion. Larger
structures are bound to a deep seated drainage system within the Molasse strata and
seem to be connected with joints cutting the intercalated and carbonate rich
conglomerates and sandstones. They are most likely enlarged by mass movements
as well as carbonagte dissolution. Hydraulic routing here promotes subrosion within
overlying Molasse marls and leads to the generation of rather large and deep, cone-shaped pseudodolines.
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