Mittel- und Jungpleistozän im "Heidelberger Loch",
Bohrprofil Entensee von 285 bis 6 m Teufe
Von FRITZ FEZER
Mit 17 Abbildungen und 17 Tabellen
Zusammenfassung
In tektonischen u.a. Senken enthüllen Flußsedimente einstige Prozesse und Klimaveränderungen in einer
Vollständigkeit, wie sie sonst nur aus dem Schlamm am Grund von Seen oder Meeren zu rekonstruieren sind. Der
Neckar hat sofort reagiert, wenn im nahen Odenwald-Bergland die Ökosysteme gestört oder zusammengebrochen
waren. Nachdem sich dort ein bescheidenes System eingespielt hatte, trafen Gerölle aus weiter entfernten
Gesteinsprovinzen ein. Die Schichtung im Heidelberger Schwemmfächer läßt sich leichter mit den ozeanischen
Sauerstoff-Isotopen-Stadien verknüpfen als die konventionelle Moränen-Schotter-Stratigraphie.
Die altpleistozänen, mäßig kalten, weil kurzen Kaltzeiten wurden vor ca. 800000 Jahren durch längere abgelöst.
Um 460000 J.v.h. eröffnet das Stadium 12 die "modernen" Eiszeiten; wahrscheinlich stießen damals die Gletscher
bis zu den Mindel- und Elster-Moränen vor. Von jetzt ab lagert der Neckar mächtige Schichtenstöße aus sandigem
Kies ab. Unter den Geröllen wachsen die Anteile von Kalken. Neben den rhythmischen Pendelungen wurden auch
andere Ereignisse rekonstruiert, z.B. hat der Neckar sein Einzugsgebiet immer wieder erweitert.
Abstract
The "Heidelberg Loch", a part of the Upper Rhine graben sinks by 0,2 to 0,75 mm/year. In this deltalike
voluminous sediment, the whole Quaternary is preserved. In the Cold Ages, a braided river spread gravel and sand,
in the Interglacials, a meandering river sedimented loam into the oxbows. In the warm stages of the isotopic curve
from 35 to 7 the clay content of the Heidelberg loam was tuned to the 18O-isotopic curves of the Pacific ocean.
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