Biomonitoring von Schwermetallausträgen
aus alten Bergbaurevieren
des Mittleren Schwarzwaldes
Von PATRICK AESCHBACH
Mit 7 Abbildungen und 1 Tabelle
Zusammenfassung
Im Mittleren Schwarzwald wurden die lokalen Vorfluter einiger typischer von altem Bergbau geprägter Gebiete,
mittels passivem Biomonitoring auf ihre Belastung mit Schwermetallen untersucht. Die meisten Vererzungen im
Untersuchungsraum sind der Gruppe der Ag-führenden, sulfidisch mineralisierten Pb-Zn-Gänge zuzurechnen,
daneben treten im Raum Wittichen-Alpirsbach Gänge der Co-Ni-Ag-Bi-U-Formation auf. Gänge der Fe-Mn-Paragenese, die ebenfalls in der Region vorkommen, wurden, da sie ökotoxikologisch von untergeordneter Bedeutung sind, nicht mitbetrachtet. Die Blütezeit der mittelschwarzwälder Gruben lag im Mittelalter. Nach einer
längeren Unterbrechung, verursacht durch die Folgen des Dreissigjährigen Krieges, begann eine jüngere
Bergbauperiode im 17./18. Jahrhundert. Nur wenige Gruben im Untersuchungsraum standen noch zu Beginn der
Industrialisierung im Bau.
Als Biomonitoring-Organismen wurden submerse aquatische Moose verwendet, welche sich durch eine hohe
Toxitoleranz gegenüber Schwermetallen auszeichnen. Die hier vorgestellte Untersuchungsmethode kam im
bergbaulichen Kontext bislang vor allem in Neuseeland bei der Prospektion von Erzlagerstätten und in England
(vereinzelt auch in Frankreich und Belgien) zum Monitoring von Schwermetallbelastungen zum Einsatz.
In der vorliegenden Untersuchung wurde in der Mehrzahl der Bergbaugebiete ein starker rezenter Austrag der
jeweils mineralisationstypischen Metalle in den Vorfluter aus den Halden und über die Stollenwässer nachgewiesen.
Soweit Angaben zum Alter der Gruben und zu den einzelnen Abbauphasen oder Ergebnisse weiterer
Umweltuntersuchungen zum jeweiligen Bergbau vorliegen, werden diese zum Emissionsgeschehen in Bezug
gesetzt.
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