Die Periglazialschotter der mittleren Schmutter bei Augsburg
Von RAIMO BECKER-HAUMANN
Mit 6 Abbildungen und 2 Tabellen
Zusammenfassung
Der westlich von Augsburg gelegene Talabschnitt der Schmutter weist eine Vielzahl von periglazial-fluviatilen Schottervorkommen auf, die von
Detailkartierungen erfaßt wurden und die regionale Stratigraphie zu verfeinern helfen. Die Vorkommen befinden sich höhenmäßig zwischen den
bibereiszeitlichen Ablagerungen der Staudenplatte und Staufenberg-Terrassentreppe und der würmeiszeitlichen Niederterrasse der Schmutter. Sie
lassen sich - die Niederterrasse eingeschlossen - fünf Akkumulationsniveaus zuordnen. Die 67 m-Terrasse ist mit ihrem Gefälle auf die glazifluviatile
Biburger Terrasse eingestellt und wird als älteste donaueiszeitliche Ablagerung gedeutet. Die 48 m-Terrasse wird in die Günzeiszeit gestellt, wobei
sich keine zeitgleiche glazifluviatile Terrasse finden läßt. Gleiches gilt für die 32 m-Terrasse, die der Mindeleiszeit zugerechnet wird. Die 15 m-Terrasse ist mit dem Gefälle ihrer Basis auf die Augsburger Hochterrasse eingestellt und gehört zur Rißeiszeit 1 (oder Paareiszeit ?), während die
Langweider Hochterrasse durch ihre tiefere Lage als jüngere Akkumulation gekennzeichnet ist (Rißeiszeit II). Zu ihr läßt sich keine Schmutterterrasse
finden.
Die periglazial beeinflußte Liegendfazies der Langweider Hochterrasse wird nicht in die nächste Kaltphase vor der Hochterrasse, sondern an den
Beginn der Riß II-zeitlichen Akkumulation gestellt, im weiteren Verlauf des Riß II wurde das Material von Wertach-Schottern überdeckt.
Durch die zahlreichen kartierten periglazial-fluviatilen Schmutterschotter läßt sich ferner ein differenziertes Bild der flußgeschichtlichen
Entwicklung dieses autochthonen Gewässers über das gesamte Pleistozän zeichnen. Danach existierte die Schmutter bereits während der Donaueiszeit
und entwässerte die von der Iller verlassenen Schotterlandschaften
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