Subglaziale Hohlformen im außeralpinen Mitteleuropa
Von DIETER ORTLAM
Mit 30 Abbildungen
Abstract
Different concavities are described on rocks in the position of summits, cretes, cols and of slopes
in several ranges of nonalpine Central Europe. Their origin can be explained by downfalling meltwater
along crevasses in a subglacial position. Therefore they are interpreted as glacier mills and subglacial
water channels. Two models are presented for the inland ice and for the glaciers of the valley which
can be directly compared with the conditions of the marginal inland ice in southern Greenland (500
m thickness of the ice) and/or with the alpine conditions, respectively. Including the self-glaciation
of the lower ranges, the area of the northern and alpine glaciation was more extended during earlier
glaciations in comparison with the periglacial areas which are known until today. The concavities
which are now explained as subglacial glacier pots can be distinguished from the man-made
concavities.
Zusammenfassung
Es werden zahlreiche Hohlformen auf Felsgruppen in Gipfel-, Kamm-, Sattel- und
Hangpositionen vieler Gebirge des außeralpinen Mitteleuropas beschrieben. Ihre Entstehung
läßt sich auf herabstürzende subglaziale Schmelzwässer in Gletscherspalten zurückführen. Sie
werden daher als Gletschermühlen und Wasserablaufrinnen gedeutet. Zwei Modelle für das
Inlandeis und für den Talgletscher werden vorgestellt, die direkt mit den Bedingungen an der
Peripherie des südgrönländischen Inlandeises (bis 500 m Eisdicke) bzw. mit den alpinen
Bedingungen verglichen werden können. Die nordische und alpine Inlandvereisung sowie die
Eigenvergletscherung der Mittelgebirge dürften in älteren Kaltzeiten eine
größere Ausdehnung auf Kosten der Periglazialgebiete einnehmen als dies bisher vermutet wurde. Die
als Gletschertöpfe nachgewiesenen subglazialen Hohlformen lassen sich deutlich von anthropogen
geschaffenen Hohlformen unterscheiden.
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