Supermaximalphasen des würmhochglazialen Rhein-Vorland-Gletschers
Beobachtungen bei Ingoldingen (Kreis Biberach/Riß, Baden-Württ.)
Von ERIC MOEGLE
Mit 2 Abbildungen
Zusammenfassung
Die wechselvolle lithostratigraphische Abfolge der a&b-Kiesgrube bei Ingoldingen (Abb. 1) spiegelt
eine lebhafte - dem Würmmaximalstand (ÄJE) vorausgehende Oszillationsphase wider.
Inmitten der geomorphologisch recht einheitlich erscheinenden Sanderfläche Steinhausen -
Muttensweiler - Ingoldingen im Vorfeld der Äußeren Jungendmoräne sind Ablagerungen von vier
würmzeitlichen Eisvorstößen (Supermaximalvorstößen) aufgeschlossen, die älter und weitreichender
als die ÄJE waren. Die älteste Eisrandoszillation ist durch eisrandnahe, blockreiche Sandersedimente
angezeigt. Die drei jüngeren Supermaximalvorstöße lassen sich durch Rand- und Grundmoräne belegen.
Wenige hundert Meter vor der ÄJE sind lediglich die obersten 4 m und nicht, wie bisher angenommen
(WEIDENBACH 1937), die gesamten fast 30 m mächtigen Wechsellagerungen aus Moränen und
Schmelzwasserablagerungen als Sandersedimente des Würmmaximalstandes anzusprechen.
Mit ähnlich reger Dynamik dürfen wir wohl auch an anderer Stelle des würmhochglazialen Eisrandes
rechnen. Die umfangreichen Sedimentanalysen am oszillierten Eisrand ermöglichten die Entwicklung
eines verfeinerten Modells der Glazialen Serie (Abb. 2).
Einen Hinweis auf das Höchstalter der frühesten würmhochglazialen Schmelzwasserablagerungen
gibt ein mit 22300 Jahren datierter Mammutstoßzahn aus einer wenige hundert Meter entfernten
Kiesgrube des gleichen Unternehmens.