seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 76: 1994
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Supermaximalphasen des würmhochglazialen Rhein-Vorland-Gletschers Beobachtungen bei Ingoldingen (Kreis Biberach/Riß, Baden-Württ.)

Von ERIC MOEGLE

Mit 2 Abbildungen

Zusammenfassung

Die wechselvolle lithostratigraphische Abfolge der a&b-Kiesgrube bei Ingoldingen (Abb. 1) spiegelt eine lebhafte - dem Würmmaximalstand (ÄJE) vorausgehende Oszillationsphase wider.

Inmitten der geomorphologisch recht einheitlich erscheinenden Sanderfläche Steinhausen - Muttensweiler - Ingoldingen im Vorfeld der Äußeren Jungendmoräne sind Ablagerungen von vier würmzeitlichen Eisvorstößen (Supermaximalvorstößen) aufgeschlossen, die älter und weitreichender als die ÄJE waren. Die älteste Eisrandoszillation ist durch eisrandnahe, blockreiche Sandersedimente angezeigt. Die drei jüngeren Supermaximalvorstöße lassen sich durch Rand- und Grundmoräne belegen. Wenige hundert Meter vor der ÄJE sind lediglich die obersten 4 m und nicht, wie bisher angenommen (WEIDENBACH 1937), die gesamten fast 30 m mächtigen Wechsellagerungen aus Moränen und Schmelzwasserablagerungen als Sandersedimente des Würmmaximalstandes anzusprechen.

Mit ähnlich reger Dynamik dürfen wir wohl auch an anderer Stelle des würmhochglazialen Eisrandes rechnen. Die umfangreichen Sedimentanalysen am oszillierten Eisrand ermöglichten die Entwicklung eines verfeinerten Modells der Glazialen Serie (Abb. 2).

Einen Hinweis auf das Höchstalter der frühesten würmhochglazialen Schmelzwasserablagerungen gibt ein mit 22300 Jahren datierter Mammutstoßzahn aus einer wenige hundert Meter entfernten Kiesgrube des gleichen Unternehmens.

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