Zeitmarken der Wutacheintiefung -
Terrassenkorrelation, Terrassenstratigraphie und Kalktuffe
Von CHRISTOPH HEBESTREIT, THOMAS SCHIEDEK, MICHAEL BAUER & CLAUS PFAFFENBERGER
Mit 8 Abbildungen und 1 Tabelle
Zusammenfassung
Die Ablenkung der Feldberg-Donau durch einen rheinischen Zubringer stellt vermutlich eine der
jüngsten Flußanzapfungen im mitteleuropäischen Raum dar. Neue Kartierergebnisse und 14C-Daten
ermöglichen es, die Fragmente landschaftsgeschichtlicher Kenntnisse dieses Gebietes zu einem
weitgehend vollständigen Bild zusammenzufügen.
Die bestehende Terrassenstratigraphie im Oberlauf der Wutach wurde verfeinert und fünf Terrassen-Hauptniveaus mit den Rückzugsstadien des Feldberggletschers korreliert. Aus diesen Daten läßt sich
für den Oberlauf eine erosive Eintiefungsgeschwindigkeit während des Spätwürms in der
Größenordnung von 1 cm/a ableiten.
Die Niederterrassenschotter der Feldbergdonau lassen sich in Terrassenrelikten von Titisee-Neustadt
bis in das Aitrach-Relikttal verfolgen. Es ist erstmals gelungen, die bekannte Gliederung der
Niederterrasse in Reiselfingen nach sedimentologischen Kriterien stratigraphisch zu verfeinern und
anhand von Subrosionsphasen sowie mit 14C-Altern von organischem Material zeitlich einzuordnen.
Das Alter der Wutachablenkung wird aus der Hochrechnung von Sedimentationsraten auf einen
Zeitraum von 15-20 ka BP eingegrenzt.
Im Mittellauf der Wutach ist eine Terrassenkorrelation mit den Eintiefungsstadien des Oberlaufs nur
eingeschränkt möglich, da Terrassenreste durch Hangrutschungen und Seitenerosion zerstört wurden.
Trotz der Lateralerosion sind Kalktuffkörper erhalten geblieben, die nach 14C-Altersdatierungen ein
spätglaziales Eintiefungsniveau markieren, das 5 m über der heutigen Flußsohle anzusetzen ist. Dieser
Wert ist als Minimalbetrag zu verstehen und belegt ebenfalls, daß die gesamte Eintiefung der Schlucht
noch in das auslaufende Pleistozän zu stellen ist.
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