seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 75: 1993
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Voraussetzungen und Grenzen der Bildung von Kohlenwasserstoff-Lagerstätten im Oberrheingraben

Von EBERHARD PLEIN

Mit 10 Abbildungen und 3 Tabellen

Zusammenfassung

Die erdölgeologische Erschließung des 12000 km2 großen Oberrheingrabens hat in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, daß der Graben sowohl über genügend potentielle Erdölmuttergesteine als auch Speichergesteine verfügt, die bei entsprechendem Temperaturniveau Anlaß zu einer Erdölbildung geben können.

Zwar wurden auf deutschem und französischem Gebiet insgesamt 50 Erdölfelder und 17 Erdgas-Lagerstätten gefunden, aber damit nur knapp 12 Mio. t förderbares Erdöl und 1,4 Mrd. m3 Erdgas erschlossen. Ein mageres Ergebnis für einen Graben, der zu den intrakratonen Riftbecken gezählt wird, die im internationalen Vergleich sonst bedeutende Kohlenwasserstoff-Akkumulationen enthalten. Die Gründe dafür liegen in fehlenden großen Drainageflächen, in einer starken tektonischen Segmentierung und in einer jungen Erdölmigration. Im Gegensatz zu früheren Anschauungen hat die Füllung der Kohlenwasserstoff-Lagerstätten erst im Neogen begonnen, als die komplexe, kleinräumige Vergitterung der Grabenstörungen bereits vorlag. Verursacht wurde die starke Segmentierung besonders im mittleren Grabenteil durch die Änderung des geodynamischen Kräftefeldes, die aus dem ursprünglichen "Rift-Graben" ab der Wende Oligozän/Miozän einen "Ramp-Graben" mit unterschiedlich reagierenden Grabenteilen gemacht hat. Hydrothermale Konvektionen zusammen mit zirkulierenden meteorischen Wässern entlang vieler nicht abdichtender Schollengrenzen führten zu außerordentlichen Verlusten von Kohlenwasserstoffen während der Füllung der Lagerstätten, die deshalb meist nur über geringe förderbare Kohlenwasserstoff-Mengen verfügen. Dennoch kann die explorative Erschließung des Grabens nicht als abgeschlossen angesehen werden. Dazu sind die geologischen Erkenntnisse über den tieferen Bereich des Grabens noch zu punktuell.

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