Voraussetzungen und Grenzen der Bildung von Kohlenwasserstoff-Lagerstätten
im Oberrheingraben
Von EBERHARD PLEIN
Mit 10 Abbildungen und 3 Tabellen
Zusammenfassung
Die erdölgeologische Erschließung des 12000 km2 großen Oberrheingrabens hat in den
vergangenen Jahrzehnten gezeigt, daß der Graben sowohl über genügend potentielle
Erdölmuttergesteine als auch Speichergesteine verfügt, die bei entsprechendem Temperaturniveau
Anlaß zu einer Erdölbildung geben können.
Zwar wurden auf deutschem und französischem Gebiet insgesamt 50 Erdölfelder und 17 Erdgas-Lagerstätten gefunden, aber damit nur knapp 12 Mio. t förderbares Erdöl und 1,4 Mrd. m3 Erdgas
erschlossen. Ein mageres Ergebnis für einen Graben, der zu den intrakratonen Riftbecken gezählt
wird, die im internationalen Vergleich sonst bedeutende Kohlenwasserstoff-Akkumulationen
enthalten. Die Gründe dafür liegen in fehlenden großen Drainageflächen, in einer starken tektonischen
Segmentierung und in einer jungen Erdölmigration. Im Gegensatz zu früheren Anschauungen hat die
Füllung der Kohlenwasserstoff-Lagerstätten erst im Neogen begonnen, als die komplexe, kleinräumige
Vergitterung der Grabenstörungen bereits vorlag. Verursacht wurde die starke Segmentierung
besonders im mittleren Grabenteil durch die Änderung des geodynamischen Kräftefeldes, die aus dem
ursprünglichen "Rift-Graben" ab der Wende Oligozän/Miozän einen "Ramp-Graben" mit
unterschiedlich reagierenden Grabenteilen gemacht hat. Hydrothermale Konvektionen zusammen mit
zirkulierenden meteorischen Wässern entlang vieler nicht abdichtender Schollengrenzen führten zu
außerordentlichen Verlusten von Kohlenwasserstoffen während der Füllung der Lagerstätten, die
deshalb meist nur über geringe förderbare Kohlenwasserstoff-Mengen verfügen. Dennoch kann die
explorative Erschließung des Grabens nicht als abgeschlossen angesehen werden. Dazu sind die
geologischen Erkenntnisse über den tieferen Bereich des Grabens noch zu punktuell.
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