seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 75: 1993
  Aktuelles     Home      Info  Tagungen Publikationen    GeoLinks Impressum  ? 

...Seite zurück  ...übergeordnetes Thema  ...Seite runter  ...Seite vor

Zechstein-Karbonate in der westlichen Rhön - ein Oberflächennachweis von Blatt 5425 Kleinsassen

Von ERLEND MARTINI & PETER ROTHE

Mit 7 Abbildungen

Zusammenfassung

Aus der westlichen Rhön werden erstmalig an der Oberfläche zu Tage tretende Zechstein-Karbonate beschrieben. Die drei kleinen Vorkommen befinden sich in einer mit Röt gefüllten Subrosionssenke im Rödergrund bei Hofbieber am Nordrand des Blattes Kleinsassen. Wahrscheinlich wurden sie von einem heute stark verwitterten Trachyt, der im Ostteil dieser Senke ansteht, aus dem tieferen Untergrund mitgeschleppt. Die Karbonate sind überwiegend bituminöse Dolomite, vielfach im mm- bis cm-Bereich durch Algenlagen (?) gegliedert. Die Schichtung wird meist durch wechselnde Kristallgrößen der Dolomitrhomboeder verursacht, ursprünglich dürften überwiegend Mikrite vorgelegen haben. Neben stöchiometrischen Dolomiten kommen auch calcitische Partien - immer zusammen mit Dolomit - vor, sowie Spuren von Quarz. Die Dolomite sind zum Teil fossilführend und enthalten Liebea hausmanni (GOLDFUSS) und Schizodus sp. In Dünnschliffen sind Gastropoden- und OstrakodenQuerschnitte sowie Rundkörper erkennbar, die wahrscheinlich rekristallisierte Ooide sind. Paläogeographisch sind diese Karbonate sicherlich dem weiteren Bereich der Spessart-Rhön-Schwelle zuzurechnen. Eine genauere stratigraphische Zuordnung ist anhand des vorliegenden Materials noch nicht möglich.

...Seite zurück  ...übergeordnetes Thema  ...Seite hoch  ...Seite vor