Zechstein-Karbonate in der westlichen Rhön -
ein Oberflächennachweis von Blatt 5425 Kleinsassen
Von ERLEND MARTINI & PETER ROTHE
Mit 7 Abbildungen
Zusammenfassung
Aus der westlichen Rhön werden erstmalig an der Oberfläche zu Tage tretende Zechstein-Karbonate beschrieben. Die drei kleinen Vorkommen befinden sich in einer mit Röt gefüllten
Subrosionssenke im Rödergrund bei Hofbieber am Nordrand des Blattes Kleinsassen.
Wahrscheinlich wurden sie von einem heute stark verwitterten Trachyt, der im Ostteil dieser
Senke ansteht, aus dem tieferen Untergrund mitgeschleppt. Die Karbonate sind überwiegend
bituminöse Dolomite, vielfach im mm- bis cm-Bereich durch Algenlagen (?) gegliedert. Die
Schichtung wird meist durch wechselnde Kristallgrößen der Dolomitrhomboeder verursacht,
ursprünglich dürften überwiegend Mikrite vorgelegen haben. Neben stöchiometrischen
Dolomiten kommen auch calcitische Partien - immer zusammen mit Dolomit - vor, sowie
Spuren von Quarz. Die Dolomite sind zum Teil fossilführend und enthalten Liebea hausmanni
(GOLDFUSS) und Schizodus sp. In Dünnschliffen sind Gastropoden- und OstrakodenQuerschnitte sowie Rundkörper erkennbar, die wahrscheinlich rekristallisierte Ooide sind.
Paläogeographisch sind diese Karbonate sicherlich dem weiteren Bereich der Spessart-Rhön-Schwelle zuzurechnen. Eine genauere stratigraphische Zuordnung ist anhand des vorliegenden
Materials noch nicht möglich.
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