seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 73: 1991
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Mineralisationen am Rollenberg, östlicher Rand des Oberrheingrabens zwischen Bruchsal und Ubstadt

Von HERMANN JOACHIM & REINER DICK

Mit 11 Abbildungen, 4 Tabellen und 5 Tafeln

Zusammenfassung

Durch den Bau der Bundesbahn-Schnellbahntrasse Mannheim-Stuttgart waren in den Jahren 1984-1988 zahlreiche Aufschlüsse in triassischen Gesteinen zugänglich, von denen sich besonders der Voreinschnitt Rollenberg-West (mo3-ku) durch tektonische Aspekte (Rheingrabenrandstörung) und außergewöhnliche Mineralvorkommen mit über 30 beobachteten Mineralarten auszeichnete. Die wichtigsten dieser Vorkommen sind schichtgebundene Realgar- und Auripigment-Beläge auf Klüftchen im Dolomit 2 des unteren Lettenkeupers und gangförmige Baryt-Bleiglanz-Vererzungen im obersten Muschelkalk (mo3). Zum Teil mit Bleiglanz und Zinkblende vererzte Karsthohlräume stehen häufig mit Störungen in Verbindung. Die Vorkommen zeigen nicht selten Parallelen zu den Wieslocher Lagerstätten, so daß die Vermutung naheliegt, es könnten auch dieselben genetischen Zusammenhänge bestehen. Danach kommen aszendente hydrothermale Lösungen als Mineralbringer in Frage, welche bereits vorhandene Klüfte als Aufstiegswege benutzten. In höheren Stockwerken wurden danach die Sulfide, bedingt durch Temperaturerniedrigung, Kontakt mit Bitumenstoffen und Staueffekten an tonigen Lagen des Lettenkeupers ausgeschieden. Als Antrieb für die hydrothermalen Lösungen werden Exhalationen/Vulkanismus im Grundgebirgsbereich vermutet. Lösungen ganz anderer Zusammensetzung aus dem Innern des Oberrheingrabens könnten sich in den offenen Klüften mit diesen ersten vermischt haben, so daß auch die Mineralsubstanzen nicht einem bestimmten Herkunftsbereich zuzuordnen sind. Die Vererzungen sind wahrscheinlich jünger als Obermiozän. Durch mäßigen Grundwassereinfluß hat sich im Verlauf der fortschreitenden Erosion nach Heraushebung der Grabenschulter eine Kleinform des Erzkarstes entwickelt. Ungewöhnlich und nicht geklärt bleibt die Herkunft der großen Menge an Arsensulfiden und ihre extreme Konzentration in einer eng begrenzten Schicht.

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