seit 1871 Kurzfassungen der Jahresberichte und Mitteilungen: NF 73: 1991
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Anhydrit und Gips - ihre Verteilung im Mittleren Muschelkalk nördlich von Heilbronn

Von GERHARD FRIEDEL & VOLKER SCHWEIZER

Mit 5 Abbildungen, 1 Tabelle und 1 Tafel

Zusammenfassung

Der Mittlere Muschelkalk führt im Gebiet des unteren Neckars drei ausgedehnte Sulfat-Serien, die teils als Anhydrit, teils als Gips vorliegen.

Der Gips ist hierbei durch Hydratation aus Anhydrit hervorgegangen. Dabei können, ausgehend von einem typischen Anhydrit-Mikrogefüge, nach zunehmendem Grad der Vergipsung vier Hydratationsgefüge (HG I - HG 4) eindeutig abgegrenzt werden.

Die Hydratation erfolgt über einen Lösungs-Fällungsprozeß, wobei die Volumenzunahme beim Übergang von Anhydrit in Gips durch syngenetische Lösung und Abtransport des Sulfates weitgehend kompensiert wird.

Die Vergipsung geht überwiegend von den Dolomitserien aus, wobei dieser Prozeß sowohl deszendent als auch aszendent erfolgt. Hinzu kommt eine Hydratation über laterale Wegsamkeiten. Die Vergipsung verläuft hierbei unabhängig von der Tiefenlage der Sulfat-Lager und oft in mehreren Stockwerken übereinander, so daß für die Sulfatvorkommen des Mittleren Muschelkalkes weder ein Gips- noch ein Anhydritspiegel eindeutig festgelegt werden kann.

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