Anhydrit und Gips -
ihre Verteilung im Mittleren Muschelkalk nördlich von Heilbronn
Von GERHARD FRIEDEL & VOLKER SCHWEIZER
Mit 5 Abbildungen, 1 Tabelle und 1 Tafel
Zusammenfassung
Der Mittlere Muschelkalk führt im Gebiet des unteren Neckars drei ausgedehnte Sulfat-Serien, die teils als Anhydrit, teils als
Gips vorliegen.
Der Gips ist hierbei durch Hydratation aus Anhydrit hervorgegangen. Dabei können, ausgehend von einem typischen
Anhydrit-Mikrogefüge, nach zunehmendem Grad der Vergipsung vier Hydratationsgefüge (HG I - HG 4) eindeutig abgegrenzt
werden.
Die Hydratation erfolgt über einen Lösungs-Fällungsprozeß, wobei die Volumenzunahme beim Übergang von Anhydrit in
Gips durch syngenetische Lösung und Abtransport des Sulfates weitgehend kompensiert wird.
Die Vergipsung geht überwiegend von den Dolomitserien aus, wobei dieser Prozeß sowohl deszendent als auch aszendent
erfolgt. Hinzu kommt eine Hydratation über laterale Wegsamkeiten. Die Vergipsung verläuft hierbei unabhängig von der
Tiefenlage der Sulfat-Lager und oft in mehreren Stockwerken übereinander, so daß für die Sulfatvorkommen des Mittleren
Muschelkalkes weder ein Gips- noch ein Anhydritspiegel eindeutig festgelegt werden kann.
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