Zur Geologie der
mittelmiozänen Diatreme von Laichingen (Uracher Vulkanfeld)
Von WOLFGANG UFRECHT, PETER M. SACHS & GEORG TIMMERMANN
Mit 9 Abbildungen und 2 Tabellen
Abstract
Since
the fifties, geological mapping has been carried out in the urban
area of Laichingen (Alb-Donau-Kreis, Mittlere Schwäbische Alb).
Two WNW-ESE striking diatremes are obvious being 450 m or 200 m long
and 70 or 15 m wide, respectively. Both the dykes are situated
beneath the western to central part of the city. The tuffs are
probably derived from a olivine-melilititic magma. They contain
numerous inclusions of the basement, which was partially subject to
granulite facies metamorphism. Calcareous sinters are known from the
rim of these volcanic veins and they appear as both massive to
laminated and "Erbsenstein" crusts. Their existence owes to
precipitation from low thermal water ascending along fissures as a
result of pressure decline and degassing of carbon dioxide. The
calcareous sinters are distributed along the slope between 773 and
755 m ü. NN and were cut by post volcanic erosion. The basin
shape in the city area is also caused by erosion and has to be
regarded as a pseudomaar. Calcareous sinters exposed on
rise west of the city area have yielded 14 species of gastropodes and
a middle Miocene mammal fauna (Astaracium MN 6 to 8).
Zusammenfassung
Seit den 50er Jahren werden im Stadtgebiet von Laichingen
(Alb-Donau-Kreis, Mittlere Schwäbische Alb) geologische
Kartierungen durchgeführt, die zwei WNW-ESE streichenden
Diatreme mit 450 bzw. 200 m Länge und mit 70 bzw. 15 m Breite
erkennen lassen. Beide Diatreme liegen unter dem westlichen bis
zentralen Stadtbereich. Die wahrscheinlich olivin-melilithitischen
Tuffe von Laichingen gehören zu den östlichsten Vorkommen
des Uracher Vulkanfeldes. Sie enthalten zahlreiche Einschlüsse
des Grundgebirges, die zum Teil granulitfazieller Genese sind. Direkt
am Rand der Vulkangänge oder in deren weiteren Umgebung sind
Kalksinter sowohl in massiger und gebänderter Ausbildung bekannt
wie auch als "Erbsenstein". Sie wurden aus
niederthermalem, entlang von Spalten aufsteigendem Wasser infolge
Druckabfalls und Kohlendioxid-Entgasung ausgeschieden. Die am Hang
zwischen 773 und 755 m ü. NN verbreiteten Kalksinter wurden
infolge nachvulkanischer Erosion angeschnitten. Die ebenfalls auf
Erosion zurückgehende Schüsselform im Bereich des
Stadtzentrums ist als "Pseudomaar" anzusehen. Kalksinter
auf einer Anhöhe westlich des Stadtzentrums erbrachten neben 14
Schneckenarten eine mittelmiozäne Säugetierfauna
(Astaracium, sicher MN 6 bis 8).
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