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Das Forschungsprojekt „Heidelberger Loch“ – vom OGV mitgesponsert!
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Vom Forschungsprojekt „Heidelberger Loch“ erhoffen sich die Quartär-Geologen Antworten auf eine Vielzahl offener Fragen bezüglich der Klima- und Sedimentationsgeschichte des Quartärs in Mitteleuropa sowie neue Erkenntnisse zur Neotektonik im Oberrheingraben. Der Grund für die Ausrichtung des Projekts auf den Raum Heidelberg liegt darin, dass die Pliozän- und Quartär-Schichtenfolge dort, im Heidelberg-Becken, nach den bisherigen Kenntnissen ihre größte Mächtigkeit und Differenzierung aufweist. Ein besonderes Augenmerk ist in diesem Sedimentarchiv auf den Übergang vom Pliozän zum Pleistozän gerichtet. Auch der Einfluss der Eiszeiten auf die jüngere Ablagerungsgeschichte im Oberrheingraben und die immer noch umstrittene Korrelation der Glazialgliederung Nordeuropas mit der des alpinen Raums stehen im Blickpunkt. Für alle diese Themen ist das Heidelberg-Becken mit seiner zentralen Position zwischen Alpen und Nordsee ein attraktiver Untersuchungsraum, sodass dem Gesamtprojekt überregionale Bedeutung zukommt. Im Jahr 2006 wurde im Rahmen des Projekts auf dem Universitätsgelände von Heidelberg-Nord eine erste Forschungs-Kernbohrung abgeteuft. Sie sollte im Bereich der größten bekannten Mächtigkeit jüngerer, d. h. pliozäner und quartärer Sedimente im Oberrheingraben eine möglichst vollständige Abfolge der fluviatilen und limnischen Ablagerungen von Rhein und Neckar erschließen. Die Bohrung setzte man nahe dem seit etwa 40 Millionen Jahren anhaltenden Zentrum der Absenkung, im sog. „Heidelberger Loch“ an, wo sie voraussichtlich etwa 430 m unter Gelände die Grenze zwischen Pleistozän und Pliozän durchteufen sollte. Wegen bohrtechnischer und anderer Schwierigkeiten musste die Bohrung jedoch schon nach wenigen Monaten bei 190 m Teufe abgebrochen werden. Mit einer zweiten Forschungsbohrung in unmittelbarer Nähe wird seit Frühjahr 2008 die Erkundung der Schichtenfolge fortgesetzt (aktueller Stand: http://www.gga-hannover.de/gr_projekt/heidelberg/index.htm). An den Bohrkernen, die in PVC-Rohren (sog. Liner) geborgen werden, wurden und werden umfangreiche sedimentologische, sedimentpetrographische und paläontologische Untersuchungen sowie geophysikalische Messungen und Altersdatierungen durchgeführt. Entsprechende Untersuchungen laufen bzw. sind schon an drei weiteren, 300 bzw. 350 m tiefen Kernbohrungen (Ludwigshafen 1 und 2, Viernheim) gelaufen, die im Nordwestteil des Heidelberg-Beckens bzw. an seinem Westrand abgeteuft worden sind und wichtige Beiträge zu dem Projekt lieferten. Das Forschungsprojekt „Heidelberger Loch“ mit den beiden Heidelberger Tiefbohrungen und die damit verknüpften Untersuchungen an den anderen Bohrungen sowie in ihrem Umfeld sind ein gemeinsames Projekt des Leibniz-Instituts für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben (GGA-Institut) in Hannover und der Geologischen Dienste von Baden-Württemberg (LGRB im Reg.-Präsidium Freiburg, Freiburg i. Br.), Hessen (HLUG, Wiesbaden) und Rheinland-Pfalz (LGB, Mainz). Zahlreiche weitere nationale und internationale Institutionen sind beteiligt. Der Oberrheinische Geologische Verein unterstützt und sponsert dieses Projekt. Ergebnisse sollen deshalb zu gegebener Zeit auch in der Zeitschrift „Jahreshefte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereines“ publiziert werden. Mit einer zweiten Forschungsbohrung in unmittelbarer Nähe wird seit Frühjahr 2008 die Erkundung der Schichtenfolge fortgesetzt (aktueller Stand: http://www.gga-hannover.de/gr_projekt/heidelberg/index.htm). (Stand Juli 2008) |